segeln

gedanken zur einteilung der wachen und zu den qK-wachplänen

für wen sind die pläne?

solide wacheinteilungen sind vor allem bei klei­ner crew wich­tig. meine wach­pläne sind aber natür­lich auch für stär­ker be­setz­te schiffe brauch­bar – aller­dings weni­ger wich­tig.

wenn jede wache mit drei oder mehr per­so­nen gefah­ren wird, darf die dauer der ein­zel­nen wachen im prin­zip belie­big lang ange­setzt wer­den, da sich drei per­so­nen unter­ei­nan­der sel­ber wie­der ablö­sen kön­nen…

warum nicht gleichmässig?

häufig werden die wachen im rhyth­mus von vier stun­den ein­ge­teilt. für klei­nere crews ist dies aller­dings eher ungün­stig. gemäss stu­dien haben die mei­sten men­schen je­weils im frühen nach­mit­tag und nach mit­ter­nacht mehr mühe sich zu kon­zen­trie­ren als zu ande­ren tages­zei­ten – wobei dieser effekt in der nacht stär­ker aus­ge­prägt ist.

meine wachpläne sind an diesen rhyth­mus und an eine lang­same rota­tion ange­passt. die rotation ist zwar nicht die art der voll­pro­fis, denn von der opti­ma­len leistungs­fä­hig­keit her wäre es bes­ser, jeden tag den sel­ben rhyth­mus bei­zu­be­hal­ten – zumin­dest so lange wir über die 'wei­che­ren' argu­mente wie abwechs­lung, vor­freude auf den son­nen­auf­gang, u.s.w. hin­weg sehen…

sowas zählt im pro­fi­be­reich weni­ger – da geht es um effi­zienz.

egal, ob es sich um eine schiffs­über­füh­rung oder um einen feri­en­törn han­delt, bei mir steht eigent­lich immer die freude am unter­wegs sein, das erleb­nis der natur und das zusam­men­le­ben als crew im vor­der­grund.

unter die­sen vor­ga­ben haben sich die wach­pläne bis­her bewährt.

gebrauchsanweisung – oder so…

bei mir kommen die pläne auf a4 aus­ge­druckt und in folie ein­la­mi­niert auf das schiff. so kön­nen im rech­ten bereich die namen der crew­mit­glie­der und oben die daten mit einem was­ser­fes­ten stift ein­ge­tra­gen wer­den. auf lan­gen törns putze ich die datums­ein­träge jeweils nach ca. vier bis fünf durch­gän­gen mit etwas alko­hol aus. bis da reicht auch durch­strei­chen, aber irgend­wann wird es unüber­sicht­lich…

die gestreiften bereiche sind vor allem für ein­zel-wachen, also für crew­stär­ken von drei bis fünf per­so­nen gedacht. hier folgt auf die eigent­li­che wache eine art wache auf abruf. das heisst, der oder die wach­ha­bende kann bei bedarf auf eine wei­tere per­son zurück­grei­fen, ohne jeman­den wecken zu müs­sen. dies kann in etwas an­spruchs­vol­le­ren bedin­gun­gen stark ent­las­ten, und gutes segel­wet­ter kann zu zweit genos­sen wer­den…

ich brauche meistens die pläne I, IV und V. da die leu­te aber in ihrer kon­zen­tra­ti­ons­span­ne sehr unter­schied­lich sind, muss gut beob­ach­tet und gege­be­nen­falls auf einen ande­ren plan (zum bei­spiel einen mit kür­ze­ren wachen in den sen­siblen zei­ten) gewech­selt wer­den.

die letzten beiden pläne sor­gen auf lan­gen über­fahr­ten durch ein­gefügte freie tage für wei­tere abwechs­lung. dies kön­nen wir uns aber eigent­lich erst ab fünf per­so­nen leis­ten.

bei crews mit wenig erfahrung lohnt es sich oft, den skip­per oder die skip­perin aus dem wach­rhyth­mus heraus­zu­hal­ten – zumin­dest zu beginn des törns. so ist die erfah­ren­ste per­son immer ver­füg­bar. dies funk­tio­niert aber nur, wenn diese sich in aus­rei­chen­dem masse aus­ruht und die crew sich wirk­lich jeder­zeit getraut, sie zu wecken!

für mich als skip ist es also ange­mes­sen, mich zu bedan­ken, wenn ich geweckt werde! zeige ich mich eher ver­är­gert, lässt mich die crew ein ande­res mal ruhig schla­fen, bis mich der fels oder der frach­ter weckt… 

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