segeln

mit wind über den blauen planeten reisen…

ob als sport, als permanente lebensform, oder ir­gend­was da­zwi­schen…

…die leise fortbewegung über's wasser entreisst uns zu­min­dest zeit­we­ise dem zu­griff des kom­plett gere­gel­ten all­tags.

natürlich bin ich auch auf dem wasser vielen regeln und struk­tu­ren unter­wor­fen. ich empfin­de die­se aber (zumin­dest grössten­teils) als nach­voll­zieh­bar und sinn­voll – oder, wie im fall der tiden­be­ding­ten fahr­zei­ten als natur­ge­ge­ben.

unsere allgemeinen gesetze und regelungen kann ich teil­weise nur noch als kon­zession an die all­ge­meine arro­ganz und den unver­stand von uns als indi­vidu­en einer dege­ne­rie­ren­den gesell­schaft ernst neh­men – in dem sinne sind sie aber natür­lich auch irgend­wie ver­nünf­tig.

auf dem segelboot sind wir plötz­lich für unse­re klei­ne welt wie­der sel­ber ver­ant­wort­lich. diese recht weit­gehen­de eigen­ver­ant­wor­tung macht für mich ei­nen der grössten reize des le­bens auf dem was­ser aus. ich empfin­de dies als grosse frei­heit – auch wenn es in mei­nem fall jeweils höchstens ein paar wo­chen sind…

natürlich greifen wir auf sehr viele (vor­wie­gend elek­tro­ni­sche) hilfs­mit­tel von aus­sen zurück:

auf dem schiff rechnen wir aber jeder­zeit damit, dass die elek­tro­nik in salz­nas­ser um­ge­bung schlapp macht, oder dass uns die bat­te­rien im stich las­sen. (zumin­dest soll­ten wir immer damit rech­nen…) darum heisst es ja auch, dass wir auf jedes aus­rüs­tungs­teil ver­zich­ten, oder die­ses mit bord­mit­teln repa­rie­ren kön­nen soll­ten. dies gilt ins­be­son­dere für den motor, alle elek­tri­schen und elek­tro­ni­schen geräte und das ruder, da dies die wahr­schein­lich­sten aus­fäl­le sind. mit die­sen müs­sen wir also umge­hen kön­nen. auch der ver­lust des mastes soll­te nicht gleich lebens­be­droh­lich sein, nicht mal bei gleich­zei­ti­gem motor­aus­fall. (diese kom­bi­na­tion ist nich so unge­rea­lis­tisch, wie es auf den ers­ten blick erscheint – als ursa­che für einen mast­bruch kommt neben mate­ri­al­ermü­dung oder einer unge­woll­ten halse auch eine ken­te­rung in frage. dabei kann so eini­ges durch­ei­nan­der kom­men – gut mög­lich, dass sich auch ein sonst zuver­läs­si­ger diesler ver­ab­schie­det…)

ein ausfall, mit dem seglerinnen und segler oft kon­fron­tiert wer­den, betrifft die crew. bereits die see­krank­heit kann in einer klei­nen crew ein ernst­haf­tes 'man­power-pro­blem' ver­ur­sa­chen. mit einem unfall sind wir sehr schnell in einer not­si­tu­a­tion, auch wenn es sich an land viel­leicht um eine baga­tel­le han­deln würde. natür­lich kön­nen wir uns nicht ganz für jede mög­li­che situ­a­tion vor­be­rei­ten. eini­ger­mas­sen wahr­schein­li­chen pro­blem­situ­ati­onen müs­sen wir aber gewach­sen sein, andere soll­ten noch weiter in die unwahr­schein­lich­keit ge­drängt wer­den…

für schwere ausfälle, z.b. den aus­fall des schiffs­rum­pfes als tra­gen­des teil, sind wir dann wohl auf ret­tungs­in­sel, aus­dauer und hoff­nung ange­wie­sen – oder auf die hilfe ande­rer, falls wir diese mit hand­funk­ge­rät, sig­nal­fackeln, EPIRB oder ande­ren kommu­ni­ka­ti­ons­mit­teln auf uns auf­merk­sam machen kön­nen…

zu eini­gen the­men, die für mich und meine törns rele­vant sind, habe ich ein paar doku­mente und gedan­ken zusam­men­ge­stellt. was davon einen pub­li­ka­ti­ons­wür­di­gen zustand erreicht hat, möchte ich nie­man­dem vor­ent­hal­ten.

ein paar dokumente für segler – unter qK-lizenz:

und mein aktuelles bootsprojekt:

der umbau eines 5.5-meter-kielschwert­kreu­zers auf ein dschun­ken­rigg

vermutlich dauert es noch eine weile, bis das boot unter dem neuen segel fährt – ein anfang ist mal gemacht…

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